Bauchtanz – Orientalischer Tanz
Mai 14, 2009 by admin
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Der große Berthold Brecht hat einmal gesagt “Tu deinem Leib gutes, damit deine Seele Lust hat darin zu wohnen” für welche sportliche Betätigung könnte das besser zutreffen als für den Bauchtanz! Der Begriff Bauchtanz wurde von den ersten Reisenden geprägt die Ende es 19. Jahrhunderts den Orient besuchten und ihre Eindrücke in Reiseberichten zu Papier brachten.
In der heutigen Zeit wird in diesem Zusammenhang eher von orientalischem Tanz gesprochen, denn die Bewegung findet nicht nur im Bauch statt, vielmehr ist der ganze Körper in Bewegung. Dies macht den orientalischen Tanz zu einem Sport der nicht nur den Körper sondern auch die Seele in Schwung bringt.
Bauchtanz trainiert auf sanfte Weise den gesamten Körper und ist ein wirksames Fitnesstraining für Frauen (und natürlich auch Männer) jeden Alters. Durch die zum Teil sehr einseitigen Körperhaltungen zu der uns das tägliche Berufsleben zwingt, werden Muskeln und Gelenke entweder dauerhaft falsch belastet oder verkümmern weil sie nicht genutzt werden. Wer sich einmal im orientalischen Tanz versucht hat, wird die positiven Auswirkungen auf Körper und Psyche sehr schnell an sich selbst feststellen können.
Zu einer allgemeinen Verbesserung der Flexibilität und der Beweglichkeit kommt auch eine bessere Körperhaltung. Muskelverspannungen und Verkrampfungen lösen sich auf und auf Dauer werden die Muskeln an Beinen und an Rücken und Bauch gekräftigt. Das führt zu einem Verschwinden von Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Iliosakralgelenks. Durch die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur können sich Unterleibsbeschwerden sowie Probleme wie Harninkontinenz verbessern. Besonders empfehlenswert ist der Bauchtanz für schwangere Frauen, denn durch die Fähigkeit einzelne Muskeln isoliert wahrzunehmen und gezielt zu kontrollieren, wird der Geburtsvorgang erheblich erleichtert. Manche Hebammen haben den Trend bereits erkannt und bieten dies in ihren Kursen zur Geburtsvorbereitung auch an.
Orientalischer Tanz ist ganz besonders für Frauen geeignet die nicht über eine Modellfigur verfügen. Denn anders als in einem Fitnessstudio kommt es beim Bauchtanz nicht darauf an sich etwas weg zu trainieren, sondern ein gesundes Körper Bewusstsein zu entwickeln und sich als Frau zu fühlen die Weiblichkeit und Erotik ausstrahlt. Was die Bekleidung angeht verwandelt ein klimpernder Bauchtanzschal, der lässig um die Hüften geknotet ist, jede schüchterne Büromaus in eine sinnliche Haremsdame. Für den Anfang reichen sicher Leggins und Tanzschläppchen aus, aber auf Dauer wird jede ambitionierte Tänzerin sicher mehr wollen und die einschlägigen Läden aufsuchen.
Kurse in orientalischem Tanz werden mittlerweile in fast jedem Sportverein und vielen Volkshochschulen angeboten, aber auch in Tanzschulen werden vermehrt Kurse offeriert.
Orientalischer Tanz ist nicht nur eine sehr gesunde Sache, sondern trägt durch seine kulturübergreifende Wirkung zu einem besseren Verständnis füreinander weit über die Grenzen der Sprache bei.
Traditionssport Ölringen
April 17, 2009 by admin
Filed under Allgemeines, Sport
Ölringen (Yağlı güreş) ist eine türkische Sportart, die ihre Tradition seit Hunderten von Jahren wahrt. Entstanden ist das Ölringen im Osmanischen Reich im 14. Jahrhundert. Das türkische Ölringen wird in der Türkei immer noch als einer der ältesten Form des Zweikampfs betrieben. In Edirne, im Nordwesten der Türkei, finden seit 1925 die jährlich veranstalteten nationalen Ölringen-Turniere statt. An denen Turnieren nehmen jährlich bis zu 1800 Kämpfer teil. Um die 10.000 Zuschauer schauen den Kämpfen zu.
Charakteristisch für Yağlı güreş, wie es im türkischen heißt, ist die typische Kampfkleidung, besteht aus einem Kispet, einer spezieller Lederhose. Im osmanischen Reich wurden die Kampf-Lederhosen aus Büffelleder genäht. Sie wogen je nach dem wie viel Öl eingedrungen war zwischen 10 bis 12 Kilogramm. Heute wiegt die Kampfkleidung etwa 2,5 Kilogramm.
Als weiterer wichtiger Bestandteil des türkischen Kampfsportarts werden die nackten Oberkörper der Kämpfer – vor dem Kampf – in Begleitung von türkischer Volksmusik großzügig mit erst gepresstem Olivenöl eingerieben. Dabei werden während eines Turniers 2 Tonnen Olivenöl verwendet. Das ölen der Kämpfer soll das greifen und hebeln des Gegners erschweren. Zudem soll die Verwendung von Olivenöl die Gefahr von Verletzungen minimieren.
Die Gegner des Zweikämpfe werden je nach Gewichtsklasse ausgelost. Es treten immer zwei Ringer gegeneinander an. Der Kampf wird von einem Schiedsrichter überwacht. Traditionell findet der Kampf im Freien auf Rasen statt. Im Ring entscheidet das K.O. System. Wenn beide Schultern des Gegners das Feld berühren gilt der Kampf als gewonnen. Diese Art des Sieges wird als Schultersieg bezeichnet. Eine andere Form des Triumphs ist durch das Heben des Gegners möglich. Jedoch muss man mit dem Gegner auf den Schultern oder Armen drei Schritte im Feld machen. Die reguläre Kampfzeit um ein Sieg zu erringen beträgt 40 Minuten.
Spätestens im Jahre 1960 hat das Ölringen die Grenzen der Türkei verlassen. In den Olympischen Spielen in Rom gelang es der Türkei mit den Siegen der Kırkpınar-Ringer auf den sechsten Platz der Medaillenspiegels. Die olympischen Spiele von 1960 war somit die erfolgreichste für die Türkei.
Nachdem das Ölringen als eine der kompliziertesten Bodenkampfsportarten internationalen Ruhm gefunden hat, wurde im Jahre 1996 die erste Internationale Kırkpınar-Meisterschaft in Amsterdam ausgetragen. In 2002 fand die erste niederländische Meisterschaft in Den-Haag statt. Die erste deutsche Meisterschaft wurde in 2004 in Frankfurt am Main veranstaltet.
Cirit – Reitkunst und Kriegsspiel
“Cirit” ist ein Spiel, das die Türken seit Jahrhunderten spielen. Die Türken brachten dieses Pferdespiel von Mittelasien nach Anatolien. Es war das größte Zeremonien- und Sportspiel der Asien-Türken. Im 16. Jahrhundert wurde es zu einem Kriegsspiel der osmanischen Türken. Das Ciritspiel war im 19. Jahrhundert ein weit verbreitetes Schau- und Sportspiel im ganzen Osmanischen Reich und in den Palästen. Da Cirit gleichzeitig ein sehr gefährliches Spiel ist wurde es im Jahre 1826 von Sultan Mahmut II. verboten. Nach seiner Herrschaft wurde das Spiel erneut im Osmanischen Reich als Kriegsspiel verbreitet.
Das Ciritspiel, das vor 40-50 Jahren in fast allen Ecken Anatoliens gespielt wurde, existierte in den letzten Jahren nur noch in Balıkesir, Söğüt, Konya, Kars, Erzurum und Bayburt. Es wird seit 20-25 Jahren in Konya und Balıkesir überhaupt nicht mehr gespielt. Trotzdem wird dieses Spiel in fast allen Ecken Anatoliens während Hochzeiten und Festen von Dorfjungen oder Einwohnern von Provinzstädten gespielt. In großen Städten hat Cirit seit vielen Jahren keinen Platz mehr. Das Ciritspiel ist von den Dörfern in Sinop bis Gaziantep, von Bursa bis Antalya sowie im Osten, Westen, Süden und Norden Anatoliens ein Helden- und Kriegsspiel neben dem Ringkampf. Um das Interesse des Volkes zu erwecken, wird auf dem Cirit Platz traditionelle Musik mit Trommeln und Oboen gespielt. Auch im Iran, Afghanistan und Turkistan sowie anderen von Türken bewohnten Ländern in Asien ist das Ciritspiel weit verbreitet.
Das Ciritspiel besteht aus zwei Mannschaften. Diese Mannschaften reihen sich in Sechser-, Achter- oder Zwölfergruppen an die beiden Enden eines 70 bis 120 Meter breiten Platzes auf. Die Ciritspieler, die traditionell gekleidet sind, steigen auf ihr Pferd. In ihrer rechten Hand halten sie das Speer, das als erstes geworfen wird. In die andere Hand nehmen sie weitere Speere. Ein Reiter von einer Mannschaft tritt vor und nähert sich 30-40 m der gegenüberstehenden Mannschaft. Er ruft den Namen eines Spielers der anderen Mannschaft und ladet ihn damit zur Platzmitte ein. Er wirft das Speer diesem Spieler zu, kehrt zurück und spornt sein Pferd in Richtung seiner Mannschaft. Der ausgewählte Spieler der anderen Mannschaft verfolgt den zurückkehrenden Spieler und wirft ihm sein Speer zu, der wird von einem anderen Spieler seiner Mannschaft begrüßt und versucht sofort wieder zurückzukehren. Diesmal wird er verfolgt und mit dem Speer beworfen. Das Spiel geht so weiter. Spieler, die mit ihrem Speer den Gegner getroffen haben, bekommen ein Punkt für ihre Mannschaft. Falls ein Spieler mit seinem Speer nicht seinen Gegner, sondern sein Pferd trifft, wird ein Punkt abgezogen. Der Ciritspieler versucht sich mit verschiedenen Bewegungen vor seinem Gegner zu schützen. Er versteckt sich hinter die rechten oder linken Seiten seines Pferdes oder hängt sich bis zum Bauch seines Pferdes herunter. Dieses Spiel bedarf einer sehr großen Reiterkunst und überdurchschnittlichen Bewegungsfähigkeit. Einige Ciritspieler treffen ihren Gegner 3-4 Mal bis dieser seine Mannschaft erreicht und sammeln mehrere Punkte auf einmal. Ein Rat aus früheren Ciritspielern gibt das Ergebnis bekannt.

